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Zu anhänglich – zu langsam?

Liebe Eltern,
ich werde oft von Eltern gefragt, ob es normal sei, wenn ein Kind mit ein, zwei oder drei Jahren noch viel bei den Eltern sein will, sich eher scheu nur auf andere einlässt, geschweige denn alleine dort bleiben will.
Ja, das ist ganz normal, machen Sie sich keine Sorgen. Vielmehr bleiben Sie gelassen und freuen Sie sich einfach über dieses Bedürfnis nach Nähe. Denn. schneller als Sie denken werden Ihre Kinder groß und geht diese Zeit vorbei.

Jedes Kind ist und fühlt anders

Menschen sind sehr verschieden, die einen gehen gerne und viel unter andere Menschen, die anderen sind damit eher zurückhaltend und eher vorsichtig. Menschen sind einfach unterschiedlich in ihren Wesenszügen  und dies schon von klein an.
Noch etwas ist heute, da sich viele Eltern aufgefordert fühlen, ihre Kinder früh loszuschicken, wichtig nicht zu vergessen: Die meisten kleinen Kinder nabeln langsam ab und sind in den ersten Jahren um ihrer Entwicklung willen stark auf intensive Verbindung zu ihren am meisten geliebten Menschen angewiesen. Kleine Kinder gehen starke Bindungen ein, sollen sie eingehen, und sie tun dies meistens am stärksten zu ihren Eltern (denn die kennen sie am besten).
Machen Sie sich also keinerlei Sorgen, wenn Ihr Kind viel um Sie herum sein möchte, nicht alleine irgendwo bleiben will oder hingebracht werden will; auch noch viel in Ihrer Nähe spielen will – alles ganz normal. Durch diese gelebte Verbundenheit sorgen kleine Kinder dafür, dass ihre starken Gefühle zu ihren geliebten nächsten Menschen reichlich Nahrung bekommen. Sie fordern uns durch ihre Anhänglichkeit auf, dass sie wirklich starke Wurzeln ausbilden können – und diese Wurzeln durch starke Gefühle sind die beste Voraussetzung, um langfristig neugierig zu sein, dann Entdeckungen zu machen, somit durch Neugierde und Entdeckungsdrang ihre Intelligenz zu entwickeln.

Papa ist der Beste

Bleiben Sie gelassen, verlangen Sie nicht zu früh zu viel

Aber eben – es geht erstmal mit starker Zuneigung los und diese braucht gemeinsame Zeit. Genau dafür treten Kinder ein mit ihrer Anhänglichkeit.
So lange Eltern ganz normal, immer wieder und regelmäßig soziale Kontakte pflegen zu weiteren Familien-Angehörigen, zu Freunden, Eltern also ein bereicherndes Sozialleben leben und ihre Kinder das miterleben, müssen sie sich keinerlei Sorgen machen, wenn Ihr Kind als Kleinkind nicht alleine in Gruppen bleiben will. Heißt: So lange Sie sich als Familie nicht einigeln, wächst die Fähigkeit Ihres Kindes, soziale Kontakte zu Anderen allmählich ebenfalls einzugehen, dies wächst ganz normal mit.

Dieser Tage sprach ich mit einer Mutter, deren Kind die ersten drei Jahre extrem anhänglich war und ohne Mama nirgends bleiben wollte. Sie lachte, als wir darüber sprachen wie das damals war und lachend sagte sie dann: „Heute ist er ein gestandener junger Mann und ist extrem selbstständig!“ Und wir waren uns einig: Mit starken Wurzeln wachsen Kindern ganz allmählich tolle Flügel. Seien Sie sicher – zweifeln Sie nicht an Ihrem Kleinkind, wenn es gerne und die meiste Zeit in Ihrer Nähe sein will – auch Ihr Kind will die Welt entdecken und keinesfalls auf Dauer auf Ihrem Schoß bleiben – aber das dauert und  es geht anders, als wir oft annehmen, bzw. als es heute da und dort vermittelt wird.

Viel Vergnügen bei allem, was Ihnen im Zusammen-Sein einfällt und
bis zum nächsten Mal, herzlich
Ingrid Löbner

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