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Lady Di – und was wir alle als Eltern von ihr lernen können :)

Liebe Eltern, 

im August waren es 20 Jahre, dass Lady Diana an den Folgen des schweren Autounfalls in Paris starb. Weit über zwei Milliarden Menschen verfolgten einige Tage später ihre Beerdigung, weltweit wurde heftig um sie getrauert.
Mir war sie früh als sehr mutige Frau aufgefallen, bereits zu einer Zeit, als sie von vielen noch als schlicht naive, junge Erzieherin (manche nannten sie auch ein junges, unerfahrenes „Dummchen“) betrachtet wurde. Warum schaute man sie als „junges Ding“, irgendwie als eben unerfahrenes „Herzchen“ an? Dabei kann man aus meiner Sicht als Eltern viel von ihr lernen. Und ich neige wirklich überhaupt nicht zu gefühlsduseliger Klatschpresse-Leserei. 

Mutterliebe

Empathie und Elternliebe statt starres Protokoll

Zu jener Zeit gab das Protokoll im Hochadel – übrigens in sämtlichen Königs-Häusern Europas –  noch vor, dass die Erwachsenen ihr königliches Leben leben, auf (Dienst-)Reisen gehen, ihre Kinder aber dann lange Zeit bei Nannys zu Hause zu bleiben haben.
Diana widersetzte sich diesem strikten Protokoll und weigerte sich, ihre Kinder über lange Zeit Dritten zu überlassen. Ich erinnere mich gut, wie sprach- , ziemlich spöttisch und eher verständnislos die Kommentare waren, dass diese junge Frau entgegen allem Protokoll mit ihren kleinen Kindern reisen wollte. Wie kam sie denn auf so eine Idee? Als Adlige hatte man das doch nicht nötig, schließlich konnte sie doch sämtliche Privilegien an der Seite des zukünftigen Königs genießen und die Kinder-Plage zu Hause lassen? Warum wollte sie es partout ? So verwundert äußerte man sich Anfang der 1980er-Jahre noch.
Ich sehe die Bilder im Fernsehen aus dieser Zeit noch vor mir, wie sie als Erste eines Königshauses mit ihrem kleinen Sohn aus dem Flugzeug trat, bei der  langen Reise ans andere Ende der Welt, nach Australien. William war auf ihrem Arm und als erstes königliches Kind ab sofort einfach dabei – Diana ließ nicht zu, dass ihr Sohn sie über lange Zeit vermissen würde. Als noch kaum öffentlich über Gefühle und Sehnsüchte kleiner Kinder und über die Wichtigkeit ihrer Bindungen zu ihren ersten  Bezugspersonen gesprochen wurde, forderte Diana die Rücksichtnahme genau darauf kurzerhand ein und wagte es, der Tradition eines weltweit bedeutsamen Königshauses öffentlich die Stirn zu bieten. Sie war gerade mal 21, 22 Jahre alt!
Ich fand ihr Einfordern und Handeln nur mutig und hatte ab da vor ihr echte Hochachtung – auch wenn andere sie nur ein „unerfahrenes Mädchen“ nannten.

Geliebt werden und Kind sein dürfen, wichtiger als alles andere

Gestern sendete der NDR eine Dokumentation, in der ihre Söhne reichlich (die meiste Zeit mit Strahlen in ihren Gesichtern) erzählten, wie schön es war, ihr Kind zu sein, sie zur Mutter zu haben. Dass Diana darauf aus war, viel Zeit mit ihnen zu haben, dass sie gute Laune versprühte, zu Schabernack, Spiel und Späßen aufgelegt war und sie sie als ihre Jungs Kinder sein ließ, mit allem Spiel, auch mit reichlich Dummheiten, die  für sie nun mal dazu gehörten. Sie verstand und vermittelte ihnen, dass Kinder nicht nur wohlerzogen und angepasst sein können, sondern einfach kindlich sein wollen mit allem, was für Kinder (ob adlig oder nicht …) sein muss. Sie bestärkte ihre Söhne darin, Kind zu sein. Parallel hierzu nahm sie sie wohl auch sehr früh mit zu den Unterprivilegierten der Gesellschaft, besuchte mit ihnen die Aids-Kranken (zu einer Zeit, als Aids noch als reine Schwulenkrankheit angesehen wurde), oder Obdachlose, war mit ihnen bei Notleidenden, und ließ sie (um William zu zitieren), das „ganz normale“ Leben, mit allen Tiefen, außerhalb der Palastmauern miterleben.
Beide, William und Harry erzählen davon, wie stark sie bis heute ihre Liebe spüren, dass sie dieses Gefühl, in ihren wohl-erzogenen, aber gerade mit ihren kindlichen, auch frechen Seiten stark geliebt worden zu sein, durch ihre Mutter bis heute in sich spüren. Und natürlich kam auch Trauer zu Wort, dass es ein Schock war, diese Mutter plötzlich verloren zu haben.

Liebe, Zuneigung und Mitgefühl machen Eltern zu echten Vorbildern

Mich beschäftigte beim Zuhören und Zusehen einmal mehr die Frage, was es alles war, dass Diana schließlich weltweit bewundert wurde. Von wegen  „naives Dummchen“.
Es war einerseits ihr Strahlen, ihre offensichtliche Schönheit. Ganz sicher bin ich aber, dass es besonders ihr Mut war, dass sie sich weigerte, sich wegen Äußerlichkeiten –  in ihrem Fall wegen der höfischen, adligen Tradition, um des Protokolls willen („So ist das bei Hofe, im Adel, schon immer!“) – zu beugen, sondern sie  sich leeren, herzlosen Einstellungen widersetzte. (Nicht nur bezüglich ihrer Kinder, auch bezüglich der adligen Gepflogenheit, dass alle Prinzen von Wales eine Mätresse haben und die Ehefrau das eben zu dulden habe).
Diana stand zu ihrem Erleben und Empfinden – obwohl auch sie, bis zum Krankwerden  Selbstzweifel hatte –  und stand königlich dafür ein. Ihr Gefühl sagte ihr, dass ihre Kinder sie brauchen, davon wich sie nicht ab, egal was Traditionen, Protokolle, Vorgaben und das Leben der Anderen um sie herum sagten.
Sie stand für Gefühl und Mitgefühl, lebte beides mit ihren Kindern, nährte sie dadurch und zeigte ihnen, worauf es zuallererst ankommt im Leben.
Schließlich wurde sie weltweit darin geachtet, und  – obwohl ihr der Titel „königlich“ aberkannt worden war durch die Scheidung –   wurde sie mit ihrem Eintreten für Mitmenschlichkeit und Mitgefühl, mit ihrer Warmherzigkeit zur Königin für viele. So wie sie war, wurde sie weltweit stark geliebt.

Was Eltern von Diana lernen können – und wie das Kinder glücklich macht

Meine Gedanken gestern während ich den Söhnen zuhörte: Alle Eltern sollten es Diana gleich tun.
Alle Mütter, alle Väter sollten für sich eintreten, sollten sich für ihre Gefühle entscheiden (egal was unser „Protokoll“ des modernen Lebens sagt, was als Norm vorgegeben wird, was alle machen, was wir um des guten Rufes willen, um unseres Ansehens in der Gesellschaft, oder wegen unserer Existenz oder Akzeptanz  zu tun oder zu lassen haben ..!).
Mütter und Väter sollten es wagen, sich zu bekennen: Dass ihre Kinder in ihrer Sorge an erster Stelle stehen; Eltern sollten ihre königliche Energie ernst nehmen und für die Gefühle ihrer Kinder, deren Sehnsucht nach Bindung eintreten, sollten  dem aktuell gültigen, bürgerlichen Protokoll widersprechen!
Dieser Tage pfeifen es die Spatzen von den Dächern, und ein Dr.Eric Schweitzer aus dem Präsidium der Industrie-und Handelskammer unserer Republik sagte es im Morgenradio (SWR) vor wenigen Tagen rundheraus, so ungeschönt und klar wie selten: Deutschland habe Fachkräfte-Mangel. Die Frauen müssten in die volle Erwerbsarbeit, die Kinder-Betreuung müsse dringend auch ab frühem Alter der Kleinen ausgebaut werden.
Bei Hofe heißt das Protokoll: Empfänge und internationales Reisen, für die Kinder zuallererst Erziehung nach adliger Etikette.

Stellen Sie Ihre Kinder an die erste Stelle – nicht die Erwartungen um Sie herum!

In den bürgerlichen Kreisen heißt das Protokoll inzwischen: Schnell und früh, äußerst zügig in die Erwerbs-Arbeit zu gehen; das ist aktuelle Norm, an die sich alle im Land halten sollen.  „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ heißt die bürgerliche „Etikette“ und für die Kinder wird es „Frühe Bildung“ genannt.
Ob bei Hofe oder im bürgerlichen Leben: Es geht bei beiden Protokollen nicht um  zentrale Bedürfnisse von Kindern. Ob adlig oder bürgerlich, alle Kinder haben nachweislich zuallererst eine Erfahrung am nötigsten: Dass sie tagaus tagein das Gefühl bekommen, stark geliebt zu werden; und dass sie ihrer Sehnsucht nachgeben dürfen, nämlich möglichst reichlich Zeit mit ihren Eltern zusammen zu sein, ihre nächsten Lieben viel täglich erleben zu können. Das ist es, was Kinder klug, stark, emotional und auch intellektuell intelligent macht (genau nachzulesen, warum das so ist, bei Prof. Dr. G. Hüther : „Jedes Kind ist hochbegabt“).

Seien Sie als Eltern Könige der Herzen 🙂

Dass man zeitweise und zwischendurch etwas Hilfe durch eine Nanny braucht, das wäre es, worauf alle Eltern, ob adlig oder bürgerlich gewisse Stunden in der Woche immer Anspruch haben sollten, denn ALLE brauchen auch Hilfe beim Versorgen ihrer Kinder.
Wir sollten also nicht ausschließlich die herzlich strahlende Diana für ihre Warmherzigkeit und ihren Mut bewundern, sondern wir alle sollten unsere königlichen Züge entdecken. Für Kinder  in den ersten Jahren ihres Aufwachsens sind alle Eltern  „Königin“ und „König“.
Kinder haben Sehnsucht, und wie Diana wären wir mutig, uns öffentlich und rundheraus für die Sehnsucht unserer Kinder stark zu machen, also zu widersprechen, was uns derzeit das moderne Protokoll vorgibt: also nicht mehr die Kinder die meiste Zeit den Nannys zu überlassen (weil das die Wirtschaft und die derzeitige Familienpolitik so will), sondern Gefühle ernst zu nehmen, für Warmherzigkeit einzutreten und unsere königliche Rolle im Leben kleiner Kinder wahrzunehmen.

Übrigens: Es gehört (nicht nur bei Diana) für alle dazu, dass sie in der elterlichen Arbeit existentiell gesichert werden müssen. Für jegliche Eltern gilt: Dass sie, die für Kinder sorgen, das Sorgerecht und das Recht auf existentielle Absicherung haben. Dass wir für eine gerechtere Familien-, Steuer-und Renten-Politik eintreten (nachzulesen bei J. Borchert oder R.Stadler) , die es nicht zulässt, dass Eltern arm werden, wenn sie Zeit mit ihren Kindern brauchen und daher nicht beide ganztags außer Haus arbeiten können.

Lassen wir uns vom Mut und der Warmherzigkeit einer Frau anstecken, trotz aller Zweifel (unter denen sie als Prinzessin genauso wie wir reichlich litt) und wagen wir es, dem derzeit vorgegebenen Protokoll zu widersprechen.
Ich wünsche Ihnen und mir, dass durch Ihre Zuneigung und Ihr gemeinsames Vergnügt-Sein Ihre Kinder ein Strahlen und eine emotionale Sicherheit in sich tragen, dass sie sich in einem positiven Lebensgefühl von klein an geadelt fühlen und sie ihren Mitmenschen warmherzig begegnen –  genau wie William und Harry …

Stehen Sie zu Ihrer Warmherzigkeit,  haben Sie Mut, beides adelt …
Bis bald wieder (mit etwas Pause, da ich ab heute ein wenig in die Ferienzeit abtauche),
Ihre Ingrid Löbner

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Der Kampf ums anständig Essen – und warum er keinen Sinn macht

Viele Eltern fragen sich diese Frage, hören außerdem von allen Seiten: Sorgt dafür, dass Dein Kind beim Essen Regeln akzeptiert, bring ihm früh bei, dass beim Essen und mit Essen nicht gespielt wird und so weiter und so fort … Heute will ich Ihnen erklären, warum dieser so frühe Kampf um Regeln und anständiges Essen nur Stress aber überhaupt keinen Sinn macht. 

kids eat pizza and pasta at cafe. children eating unhealthy food indoors

Zunächst einmal ist es mit Rigorosität ja sowieso meist nicht getan, außer Stress und Streit, man erreicht letztendlich nichts. Und die Kälte darin ist im Umgang mit Kindern sowieso eine eher probelmatische Einstellung.

Aber einfach ist das alles auch nicht – denn kleine Kinder haben einen hohen Bewegungsdrang und können tatsächlich weniger gut  stillsitzen als Erwachsene. Zudem fassen sieauch noch alles an, um es im wahrsten Sinn des Wortes durch Greifen zu begreifen.

Was nun? Darf das Kind also alles? Muss man Herummatschen und Herumzappeln bei Tisch mit Kindern dulden?
Es hilft, erstmal zu wissen, dass sich das alles je nach Alter eines Kindes verändert und unterschiedlich angehen und einrichten lässt.

Kinder erleben (und genießen) mit den Händen

Kleinere Kinder (bis zu zwei, zweieinhalb Jahren) wollen wirklich das Meiste gerne noch mit der Hand fühlen, oftmals auch vieles lieber aus der Hand essen – das hilft ihrem Appetit deutlich auf die Beine. Mit reichlich „Spüren“ macht Essen Freude und eine zeitlang sind Eltern gut beraten, sich auf etwas weniger Gepflegtheit und dem „Mehr mit den Händen machen dürfen“, einzustellen. Das hört ganz von selbst bald wieder auf.
Dann kommt die Zeit, in der Kinder viel Freude haben (diese Freude beginnt früh und wird neben „Essen mit den Händen“ parallel gepflegt), wenn sie ebenfalls ihre Geschicklichkeit mit Löffeln, Gabeln, Messern üben, wie sie es bei den Großen sehen;  lassen Sie ein Kind zumindest mit Löffel und Gabel früh üben – der Eifer dabei freut Ihr Kind und lässt es zusehends geschickt werden, hält es in Konzentration, auch mehr Ruhe durchs ernste Üben, somit auch lieber und etwas länger bei Tisch.

Regeln mit Lust und Laune ganz spielerisch lernen

Mit etwa vier Jahren haben dann Kinder große Freude an Regeln und nun kommt die Zeit, in der sie Regeln lernen, vertreten und drauf achten, dass alle sich dran halten. Jetzt ist die Zeit, immer mal auch die schönen Sitten bei Tisch mit Kindern zu üben. Jetzt tun sie es liebend gerne, ermahnen auch die Großen: „Papa, man darf nicht mit vollem Mund reden…“ und haben Spaß dran, wenn wir mit ihnen „feine Sitten“  z.B.  durch ein echt „Feines Essen unter feinen Leuten“ spielen. Alle ziehen sich fein an, der Tisch ist besonders fein gedeckt und alle spielen zusammen „feine Gesellschaft“. Sie staunen, wie genau Kinder beobachtet haben, wie feine Leute wirklich vornehm essen; wenn man sich dann noch entsprechend fein anredet „Frau Rosenbaum, bitte reichen Sie mir doch mal das Gemüse…“ , „Aber gerne, Herr Lilienkron, ich wüsst nicht, was ich lieber tät …“ – dann werden schwuppdiwupp die guten Sitten bei Tisch spielerisch gelernt. Kichern und  Lachen muss man dabei auch und so macht alles einfach Spaß  – und Eltern sind eine Sorge los! Fangen Sie also mit dem Lernen der Regeln bei Tisch dann an, wenn Kinder das Alter für Regeln haben, nicht zu früh, denn dann strengt es Sie zu sehr an und allgemeines Generve greift um sich – dabei lernt man Gewünschtes eher schlecht. Mit Freude, Kichern und Spaß geht es viel leichter.

Seien Sie großzügig, ersparen Sie sich Stress – es lohnt sich nicht!

Zum Bewegungsdrang: Kleine Kinder bleiben eher ruhiger beim Essen, wenn sie auf den Schoß von Mama oder Papa dürfen; wenn sie müde sind, dann von den Eltern eher auch mehr denn weniger gefüttert werden. Und wenn es nicht mehr geht, darf ein Kind aufstehen, spielen, sich – während die anderen noch fertig essen – mit etwas beschäftigen, das es in verträumte Ruhe bringt; meiner Ansicht nach, dann ruhiges Spielen durchaus auch bei Tisch. Denn: Als Kind will man bei den anderen sein, Teil der „kleinen Herde“ sein; wenn es dabei hilft, dass mehr Träumerei und Ruhe einkehren kann, ist das immer ein gutes Anliegen. Dann fährt ein Auto etwass leiser brummend schon mal auf dem Tisch entlang, bis alle fertig sind. Nicht zu streng sein  – Spielen hilft oft in Trance und Entspanntheit und ist ein gutes Anliegen eines Kindes. Erst später, wenn Kinder deutlich größer sind, kann man erwarten, dass Kinder eine Zeit gemeinsam mit allen längere Zeit bei Tisch bleiben können und das genießen.
Rituale des gemeinsamen Anfangs und des Endes helfen immer, dass man gemeinsam in etwas mehr Ruhe findet – dies schon früh, denn Kinder lieben Rituale wie „Sich die Hände geben“ , dazu schöne, immer wieder gleiche Tisch-Verse zu sprechen.

 

Pädagogik der kleinen Kompromisse

Eine Regel bewährt sich sehr, sobald es mehrere Kinder sind: Alle Kinder dürfen zusammen aufstehen, wenn alle Kinder fertig sind mit Essen. Lediglich auch hier gilt: Kleine Krabbelkinder, die auf den Boden wollen, um ein wenig los zu krabbeln, weil sie solch große Freude dran haben, dass sie sich jetzt selbst bewegen können, die dürfen dann einfach schon früher auf den Boden, denn sie können manchmal nicht so lange warten, bis größere Kinder bei Tisch fertig sind. Aber solche Ausnahmen für Kleine verstehen größere Kinder nur zu gut. Sagen Sie einfach: Mia (oder Jonas …) ist noch zu klein, sie kann die Regel noch nicht einhalten, sie darf einfach los. Später kann sie es dann auch.“ So verstehen Kinder, dass Regeln an das jeweilige Können angepasst werden und wir nie zu stur sind. Das stärkt und bestärkt in Kindern Einfühlungsvermögen und Warmherzigkeit.  Gnade vor Recht – das ist immer gut im Zusammenleben untereinander!
Guten Appetit und bis bald,
Ihre Ingrid Löbner

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Unser Kind ist so eifersüchtig – was tun?

Viele Eltern sind heutzutage schnell stark in Sorge, wenn ein Kind Eifersucht zeigt. Oftmals schildern mir Eltern, was sie alles unternehmen, wie sehr sie einzelnen Kindern viel an einzelner Zeit einräumen, sie sich zwischen ihren Kindern aufteilen, sich oftmals geradezu zerreißen, weil ein Kind sich eifersüchtig zeigt, sie als Eltern dann folgern, dass sie sich jetzt deutlich stark, mit enorm viel Zeit um dieses eine Kind kümmern müssen.

Eifersucht zwischen Geschwistern ist völlig normal

Die allererste, wichtigste Botschaft für Sie als Eltern:
So sehr man als Kind auch zwischendurch eifersüchtig auf Geschwister sein kann, Geschwister zu haben ist dennoch das, was nahezu alle Kinder sich sehnlichst wünschen. Trotz Ärger, trotz Streit zwischendurch mit ihnen, trotz Einschränkungen, die man durch sie miterlebt – es ist auf der Wunschliste von Kindern ganz oben, dass sie Geschwister haben wollen;  sehr häufig auch bei jüngeren Kindern (vor der Pubertät),  dass Mama und Papa doch bitte nochmal ein Baby bekommen sollen!
Ja, so spürt man schon als Kind – das Leben ist wunderschön, vielfach noch schöner, wenn sich Sehnsüchte erfüllen – und doch hat man dann natürlich immer Licht und Schatten, beides, das man erleben muss. Das Gute: Allein dadurch erleben Kinder wunderbar realistisch, wie das Leben nun einmal ist: Schön und zeitweise weniger schön – einfach immer beides.
Also dürfen Sie als Eltern jeden Tag drauf vertrauen, dass etwas Eifersucht ganz normal zu den Prozessen des Aufwachsens unter mehreren Kindern dazugehört und im alltäglich eintretenden, üblichen Rahmen von einem Kind auch zu verkraften ist, diese Erfahrung zu einer realistischen Einstellung zum Leben eben dazu gehört.

Little girl sad because of jealous younger sister to parents. focus on girlKindern lernen fürs Leben: Gönnen, Teilen, Rücksichtnahme

Ja, man muss in der Familie teilen mit den anderen Kindern. Ja, man muss es manchmal für kleine Momente aushalten, dass das andere Kind zuerst mit etwas dran ist, bei mehreren Kindern das Warten immer wieder auch länger dauern kann und man das wirklich aushält! Ja, man kann nicht immer alles bekommen, weil Alles für alle reichen muss – also lernt man ganz normal, dass etwas Einschränkung zu verkraften ist und man es trotzdem mit Geschwistern weiterhin schön hat – auch bei etwas Verzicht durch die Anwesenheit Anderer neben sich.
Erfahrungen, die eine gute, realistische Vorbereitung bedeuten auf das, was das Leben einem sowieso noch alles zumuten wird … (Das Leben auf diesem Planeten bietet für jeden nicht ständig unbegrenzt alles. Diese Tatsache ist etwas, was vielen Erwachsenen der reichen Länder immer noch schwer fällt, diese Tatsache heutzutage realistisch zu erleben und einfach auszuhalten. Wir Bürger der reichen Länder benehmen uns  – gemäß den Berichten von Verbänden, die sich um die Ressourcen unseres Planeten sorgen – weiterhin so, als hätten wir mehr als eine Erde zur Verfügung; wir muten einfach unseren Enkeln, den zukünftigen Generationen, später, die Einschränkungen zu).

Ein paar einfach Tipps für weniger Eifersucht und mehr gemeinsame Freude

Ein paar Dinge kann man beherzigen, damit Kinder mit eifersüchtigen Gefühlen nicht überfordert sind, sie dem Alter des Kindes entsprechend auch gut verkraftet und ausgehalten werden können:
Wenn ein neues Kind geboren ist, ist es für das nächst größere Kind schön (und bei mehreren Kindern, die alle eher noch kleinere Kinder sind, gilt das für alle Kinder, die Sie haben), dass es auch viel zu Hause sein darf und die Nähe und Geborgenheit, die das kleine Baby jetzt bekommt, miterleben kann. Dies mitzuerleben nährt im Kind ganz real das wichtige Gefühl:  „Unsere Eltern haben wirklich ausreichend Wärme für alle ihre Kinder“; zusätzlich lässt das Miterleben ein größeres Kind herrlich eintauchen in den Zauber, der von kleinen, neugeborenen (aber auch etwas größeren) Babys ausgeht. Diesen Zauber miterleben zu dürfen, das alleine gleicht vieles an möglicher Eifersucht aus.

Je kleiner das zuvor geborene Kind noch ist, umso dringender sollte man es auch mit gleich viel Zeit wie das kleinere Baby um sich herum haben, weil ein noch kleines Geschwister, real körperlich, mit viel Zeit erleben muss, dass es tatsächlich weiterhin gleichermaßen erwünscht und umsorgt ist.
Aber auch etwas größere Geschwister genießen das Dasein mit einem Baby enorm.
Es stärkt größere Kinder (das geht früh los, schon ab einenhalb, zwei Jahren des größeren Kindes), wenn man sie in die Versorgung des Kleinen mit einbezieht.  Wenn Größere mitversorgen dürfen (und sei es, dass sie nur den Schnuller finden und bringen, den das Baby gerade braucht), werden sie stolz, dass sie schon „richtig“ großer Bruder, große Schwester sind und diese Erfahrung des Groß-Seins und des „etwas schon können, was das Kleine noch nicht kann“ stärkt deutlich das Selbstwertgefühl des größeren Kindes; genau das besänftigt mögliche Eifersucht.
Wenn man dazu kleine Privilegien haben darf (aber wirklich kleine, sie reichen vollkommen aus!), weil man schon etwas größer ist als der kleine Winzling (z.B. beim Einkaufen mitkommen und  mithelfen darf, oder abends, wenn das Baby „nur“ gestillt wird, nah dabei sitzen darf und man eine kleine Geschichte erzählt oder vorgelesen bekommt etc. etc.), dann kann man als Kind spüren, dass es gut ist, groß zu sein und zu werden, und man als Kind gar nicht immer nur neidisch sein muss.

Teilen üben und warmherzig und pragmatisch gemeinsam gute Lösungen finden

Bei Spielsachen ist es am besten, man führt früh ein, dass alle Sachen einfach für alle Kinder zum Spielen da sind; dass Spielsachen von vornherein weniger Eigentum bedeuten, sondern sie eben einfach Sachen zum Spielen für jegliche Kinder sind – das beugt vielem Streit vor. Lediglich Puppen und Kuscheltiere sind die „Kinder“ einzelner Kinder und müssen weniger geteilt werden (wobei auch Puppen und Kuscheltiere durch Geschwister „Tanten“ und „Onkels“ haben, was auch schon wieder schön ist und Einfälle bietet für gemeinsames Spielen …)
Was Eltern heute ebenfall oft vergessen: Es ist für Kinder schön, gemeinsam abends im selben Zimmer einzuschlafen, oft noch schöner, gemeinsam mit Geschwistern im selben Bett zu liegen!
Generell kann man besten Gewissens sagen: Kinder sind in den meisten Fällen nicht gerne alleine in Räumen, genau besehen brauchen sie die meisten Jahre ihres Aufwachsens kein eigenes Zimmer. Der eigene Raum, in dem man gerne alleine wohnt, bekommt erst dann stärkere Bedeutung, wenn man ein Erwachsener wird, bedeutet, etwa ab der Pubertät. Erst als Erwachsener prägt sich die ganze Persönlichkeit mit ihren stärkeren Ecken und Kanten aus, dann sehnt man sich zeitweise nach dem eigenen Raum.

Davor, während der langen Jahre als Kind, lieben Kinder es sehr (trotz allem Streit, den sie zwischendurch natürlich auch haben – keine Sorge, das ist normal im realen Zusammenleben unter kleinen wie größeren Kindern), dass ein oder zwei Kinder (in größeren Familien durchaus auch mehrere Kinder ) das Zimmer und die gemeinsame Atmosphäre teilen.
Warum? Im gemeinsam belebten Zimmer spielt sich wenig Einsamkeit, aber sehr viel Leben ab; ganz besonders auch reichlich Viel an kindlichem, unentwegtem Spielen und den dazugehörigen wunderbaren Spinnereien,  die vielen Momente des witzigen Zusammenseins unter Kindern; Erfahrungen, die man schnell vermisst, wenn man alleine sein soll als Kind. Viele von Ihnen kennen das, wie man stundenlang gespielt hat unter Kindern im selben Zimmer, oder was man sich unter Geschwistern vor dem Einschlafen noch alles ausgedacht und erzählt hat. Oder wie sonderbar es war und wie sehr man seine Geschwister vermisste, wenn man plötzlich irgendwo alleine, ohne sie bleiben sollte.

Fragen Sie mal bei Kindern aus größeren Familien nach, wie sehr sie es als Kinder genossen haben, dass sie immer jemanden zum Spielen und Spinntisieren hatten, sie Einsamkeit nicht kannten; auch bei Streit es gut war, dass man Räume zusammen  erlebt hat und man jemanden vertraut und nah hatte; und zwar jemand, der auch Kind war.
Seien Sie pragmatisch als Eltern, machen Sie sich weniger Sorgen – Kinder streiten mal, aber vertragen sich schnell wieder. Das grundsätzliche Gefühl: „Unsere Eltern haben uns alle gleichermaßen gern und uns auch alle gerne weiterhin viel um sich herum, in ihrer Nähe“ , dieses Gefühl ist lange wichtig;  aber genau diese Erfahrung reicht im Alltag auch aus, um Geschwister zu stärken und zu nähren.
Sie erinnern sich ? Genau …

Bis bald wieder
Ingrid Löbner

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Kinder brauchen nicht viel fürs Sommerferienglück!

Liebe Eltern,

soeben, an einem gemütlichen Sommerabend, habe ich mir eine Radiosendung Südwestrundfunk (SWR) angesehen, die zeigte, wie das Ferienmachen für Familien in den Anfängen des Tourismus im Südwesten aussah. Alte Autos waren zu sehen, vollgepackt, mit denen Familien aus nördlichen Bundesländern in ihre Ferien in die südlichen Bundesländer zockelten. Ferien im Zelt am Bodensee oder in einfachen Wohnwägen, oder in den ersten Fremdenzimmern mit minimaler Ausstattung in den Bauernhäusern im Schwarzwald.

Junge springt vom Steg in den See

Erwachsene in der Sendung, die schilderten, mit welchen (Sommer-)Gerüchen ihre Erinnerungen verbunden sind, mit wie wenig Komfort alles einher ging, aber welches Glück es bedeutete, als Familie auf diese Weise einige Zeit in die Ferien fahren zu können – meist immer wieder an dieselben Orte, auch oftmals zu denselben Menschen. Dass regelrechte Freundschaften entstanden sind (die oft bis heute bestehen) zwischen den gastgebenden Familien und den Gästen; Erwachsene, die erzählten, dass sie als Kinder der gastgebenden Familie gleich schon glücklich waren, wenn sich Gäste mit Kindern anmeldeten  – und wie dann tagelang, unbeaufsichtigt, herrliche, unendliche Stunden des gemeinsamen Spielens unter „Stadt-“ und „Land-Kindern“ stattfanden.

Alle, die erzählten, schmunzelten über die Einfachheit des Zusammenlebens damals, mit wie wenig sich Gäste (und Gastgeber) zufrieden gaben;  und alle strahlten noch immer, wenn es um die Erinnerung an die wunderbaren menschlichen Begegnungen ging, unter allen Kindern und unter allen Erwachsenen.

Gemeinsame Zeit, Spiel und andere Kinder machen die Ferien perfekt, auch ganz ohne Luxus

Es scheint, dass herrliche Ferien weitaus weniger von Komfort oder großen Distanzen abhängig sind als wir immer wieder meinen, aber sehr abhängig sind von schön verbrachter gemeinsamer Zeit, unter Kindern fürs ausgedehnte  Spielen, unter Erwachsenen für ihre Gespräche über alles, was Erwachsene schon immer in ihren unterschiedlichen Lebenswelten bewegte und heute gleichermaßen bewegt.
Die heute noch strahlenden Gesichter der Erzählenden, wie sie verblüffende Ferien-Details (z.B. wie die Damen unter den Gästen das warme Wasser aufs Zimmer gebracht bekamen und die Herren sich durchaus noch im Hof am Brunnen wuschen) in herrlicher Einfachheit zu den „alten“ Bildern im Film erzählten, dieses Strahlen sprach Bände …
Gut, dass wir es auf diese Weise nicht vergessen: Es braucht ganz offensichtlich wirklich nicht den Komfort im Äußeren, um bleibende, wunderschöne Erlebnisse mit Anderen zu teilen und sich gerne dran zu erinnern. Alles andere war nicht wichtig …

Wir kennen das alle auch, oder?
Bis bald wieder,

Ihre Ingrid Löbner

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Weniger Prinzessinnen und Prinzen, mehr Räubersöhne und -töchter!

Liebe Eltern, 

täglich werde ich von Eltern zu Rate gezogen, weil ihre kleinen Kinder nicht mehr schlafen, weil sie mit vier, fünf Jahren fleißig an ihren Nägeln kauen, manche entwickeln erste Tics, andere kleben abends an ihren Eltern und weichen keine Handbreit von ihren Hosenbeinen … Wenn die Eltern und ich, wir uns im Gespräch gemeinsam anschauen, wie die heutigen Tagesabläufe der Familien mit jüngeren Kindern (im Alter von 0 bis 6 Jahren, also noch VOR der Schulzeit) aussehen, dann wird in fast allen Fällen deutlich: Heutige Tage moderner Familien müssen rund laufen, morgens geht es zeitig los, die Kinder werden früh in die diversen KiTas verteilt, die Eltern eilen zur Arbeit, nachmittags kommt der eine früher, der andere später zurück, werden die Kinder aus den KiTas geholt, und dann in den einen oder anderen Kurs gebracht: Schwimmunterricht, Ballettstunden, Musikgarten für kleine Kinder usw. usf. . Alle und alles müssen funktionieren – nur eines funktioniert nicht mehr recht: Die Kinder finden nicht in ruhiges Spiel, in tiefen Schlaf, in Muße und verträumtes Verweilen, in echte Konzentration.

Wenn ich bei Eltern die vollen Tage  samt vollem Kurs-Programm in Frage stelle, kommt meist die Antwort: „Aber heute ist das üblich, andere machen noch viel mehr … Sie glauben gar nicht, wie wir angeschaut werden, wenn wir mehr und nur zu Hause sind und einfach spielen ….“
Tja, die Beratungsstunden zu mehr Konzentration und Schlaf kleiner Kinder wären nicht ständig so voll und ausgebucht, wenn das alles wirklich kein Problem wäre!

Mixed race kids are playing outsideSeien Seien Sie realistisch und lebensklug: Lassen Sie Ihre Kinder einfach Kind sein!

Glauben Sie all den Eltern eher weniger, die NOCH mehr leisten als Sie, glauben Sie lieber Ihren Kindern und Ihrem Alltags-Erleben:
Kinder, die nicht schlafen, nicht konzentriert und verträumt spielen, die an ihren Nägel kauen oder häufig quengeln, extrem „klebrig“ sind – sie sind definitiv am Rande ihrer nervlichen Belastung, und da hilft zuallererst eines: Weniger tägliches Funktionieren, mehr Muße und Spiel unter Kindern.
Soeben saß ich zum Ende meines Arbeitstages an einem kleinen Fluss, dessen Ufer wunderschön renaturiert wurde. Jetzt kann man wieder barfuß ins Wasser und über die großen Steine im Fluß balancieren, kleine Steine ins Wasser werfen, Dämme bauen, mit dem Sand am Flussufer dies und jenes bauen … Es ist hell und noch warm – und einige Kinder sind draußen und spielen. Ein gar nicht großer Abschnitt Flußlauf in einer kleinen Stadt  – bedeutet plötzlich wieder großen Reichtum für die Kinder, deren Lust am Verweilen und verträumten Spielen mit Wasser, Sand, Büschen, Bäumen (Ausprobieren, wie hoch man klettern kann, wunderbar!) ganz offensichtlich zunimmt.

Manchen sieht man an, dass sie häufig hier sind und mit großer körperlicher Sicherheit in diesem kleinen  Paradies täglich ihre kleinen oder großen Abenteuer erleben. SO bekommen Kinder ein gutes Körpergefühl, eine große Sicherheit in Körperbalance und Kraft, bei Spielen mit Dingen aus der Natur, alleine oder mit anderen Kindern,  und bei allem das Rauschen des Wassers im Ohr und sein Dahinfließen vor Augen  – das tut nebenbei noch ihrer inneren Ausgeglichenheit gut. Unserer erwachsenen Ausgeglichenheit ja auch – nicht umsonst sitzen auch wir Großen nach der Arbeit gerne an solchen Flussläufen.

Kinder wollen wild und versonnen Spielen, statt irgendwelche Kurse und Förderung!

Anstatt alle unsere Kinder durch reichlichen, täglichen Unterricht, Kurse und frühe Bildung zu unseren individuellen, modernen Prinzen und Prinzessinnen zu machen, wären einige Fliegen mit einer Klappe geschlagen, wenn wir unseren Kindern mehr und wildere Orte zum Spielen einrichteten und sie bei ihrem Spiel in Ruhe ließen, sie also mehr Räuberdasein erleben dürften.
Ich wiederhole mich hier – aber heute begann mein Arbeitstag mit einer besorniserregenden Nachricht:
Die Gaben von Ritalin nehmen weiterhin stark zu – auch viele Erwachsene sind auf Dauer-Medikation mit Ritalin angewiesen. (Nachrichten auf SWR2 am 20.7.2017, morgens 9.00 Uhr). Da ich täglich auch mit den seelischen, nervlichen Nöten Erwachsener zu tun habe, kenne ich dieses Leid, wenn Erwachsene körperlich und seelisch aufgrund blank liegender Nerven nicht mehr können. Ich wünsche unseren Kindern eine solche Zukunft nicht, sie ist schwer.

Noch etwas kam heute in den Nachrichten: Kate und Prinz William sind mit ihren Kindern in Deutschland. Williams Mutter, Prinzessin Diana fiel Anfang der 1980-er Jahren damit auf und dabei heftig aus dem königlichen Protokoll, dass sie dafür eintrat, dass ihre Kinder zuallererst ihre Liebe brauchen (sie weigerte sich, ohne ihre kleinen Prinzen auf lange Reisen zu gehen, sie alleine bei Nannys zu lassen);  und dass die kleinen Prinzen so gut wie nur irgend möglich normale, verspielte Kindheiten haben sollten. Nicht zuletzt für diese warmherzigen Gesten ihren königlichen Kindern gegenüber, jenseits des damaligen höfischen Protokolls, wurde sie weltweit geachtet und stark geliebt.
Vielleicht mögen Sie heute noch eine schöne Geschichte lesen? Dann schauen Sie mal in Astrid Lindgrens „Märchen“ (Oetinger Verlag, Hamburg) und lesen Sie vor Ihrem Einschlafen die Geschichte von der Prinzessin, die nicht spielen wollte.

Seien Sie glücklich, wenn Sie noch Kinder haben, die aus Brombeeren Käse machen können und aus Blättern leckeren Spinat für die Puppen kochen … Zweifeln Sie nicht – wir brauchen mehr Räubertöchter und -söhne als Prinzessinnen und Prinzen – ganz sicher! Räubertöchter und -söhne haben unendlich viele Spielideen, waghalsige Einfälle und Unternehmungen, werden dabei klug und ganz nebenbei körperlich auch noch herrlich robust – was ihnen ein Leben lang Spaß bringt und ihre Gesundheit auf allen Ebenen erhält, nachweislich!
Bis bald wieder,
herzlich Ihre Ingrid Löbner

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Sommer! Sonne auf der Haut, Sand zwischen den Zehen …

Liebe Eltern, 

uns Erwachsenen mag es manchmal zu heiß oder zu trocken draußen sein – für Kinder sind Sommertage ein einziges Glück.Erinnern Sie sich auch, WIE schön es war, stundenlang draußen spielen zu können? Die Sommer-Gerüche in der Nase, das Summen der Insekten, das Zwitschern der Vögel im Ohr?

Die Zeit, in der man auch die anderen Kinder aus der Nachbarschaft um die Ecke, immer, draußen antraf und man stundenlang alle möglichen Straßenspiele spielte? „Kaiser, wieviel Schritte schenkst Du mir?“, Fangen, Verstecken, Gummitwist-Hüpfen (ja, ich weiß, das waren nur wir Mädchen…), Ballspiele aller Art, Federball; oder weit weg streunen, Feuer machen, Lägerchen anlegen, kleine Banden bilden, sich necken, streiten, aber immer wieder zusammenfinden, weil es natürlich doch schön war, einfach stundenlang zu spielen …  Und das Beste: An den langen Sommerabenden, länger draußen bleiben zu dürfen, und wenn es schließlich doch Zeit fürs Bett war, dann waren die Erwachsenen großzügig und es reichte die Katzenwäsche; im Bett roch  man die Sonne auf der Haut und spürte die Krümel Erde und Sand zwischen den Zehen … und freute sich auf den nächsten Tag, um weiter zu spielen, da, wo man tags zuvor mit den anderen Kindern zusammen aufgehört hatte.

sunset in Prst Sjlland Danmark

Seien Sie großzügig im Sommer mit den Zubettgehzeiten!

Wenn Sie Kindern einen großen Gefallen tun wollen, dann lassen Sie solche „Sommer-Ewigkeits-Zeiten“ reichlich zu. Wie schon gesagt: fragt man heutige Erwachsene, was sie als besonders schön aus ihrer Kindheit erinnern, dann kommen gerade solche Schilderungen. Von „Kursen“, zu denen man nachittags hin sollte, um in diesem oder jenem früh gefördert zu werden, hat mir bei der Frage „Was war schön für Sie als Kind?“ noch nie jemand je erzählt. Aber vom Draußensein und stundenlangen Spielen mit anderen Kindern, bei Sonne und Wind, da und dort im Viertel, oder besser noch weit weg, damit die Erwachsenen sich keinesfalls einmischen konnten, davon allerdings erzählen alle Erwachsenen … Also, liebe Eltern, melden Sie Ihre Kinder nicht früh in Kursen an; und wenn Sie es doch getan haben, melden Sie sie bald wieder  ab, damit viel, viel Zeit für versonnenes Spielen bleibt. Das, woran wir uns gerne erinnern aus unserer Kindheit, das war einst wichtig, ging uns nahe und hat wesentlich dazu beigetragen, dass wir uns auf allen Ebenen gut entwickelt haben.
Zu allem Glück kommt hinzu: Es sind immer weiter diese „sonnigen“ Erlebnisse, die Kinder froh und gesund auf allen Ebenen sein lassen; sie gehen ihnen unter die Haut und machen sie parallel auch noch klug, in jeder Hinsicht. Der Sommer sorgt vor! Was für ein Glück!
Genießen Sie es …
Mit sonnigen Grüßen, bis bald
Ihre Ingrid Löbner

Allgemein

Mehr Zeit und Ruhe für Familien – nicht weniger!

Liebe Eltern,

Ein weiteres Mal wird dieser Tage in den Medien gelobt, dass das Elterngeld Wirkung zeige: Beide Eltern arbeiten früh wieder VOLL – trotz Kindern – und verlieren so den Anschluss an die Arbeitswelt nicht. Ein Erfolg, vermeintlich. Aber wer denkt hier eigentlich an den Stress der Familien und vor allem an die Kinder selbst?

Als Beraterin, die tagaus tagein nahezu nichts anderes tut, als mit Eltern über die Unruhe (angefangen bei den Babys, die exzessiv schreien, bis zu den noch kleinen Kindern, die nicht in den Schlaf und auch nicht ins Spielen finden) ihrer Kinder zu sprechen, geht mir bei solchen Nachrichten immer als erstes durch den Kopf: „Ist das wirklich was Familien brauchen – egal wer von beiden wieviel arbeitet – wer denkt hier wirklich an die Kinder?“

Mein klare Empfehlung dazu liebe Eltern: Lasst Euch nicht so antreiben! Vertraut Eurem Gefühl mehr als allen Proklamationen der derzeitigen Politik!

Nahezu alle Eltern, mit denen ich die Schwierigkeiten ihrer kleinen Kinder bespreche, sagen mir, dass ihr Gefühl ihnen sagt, dass sie mehr Ruhe und noch viel mehr Zeit tagsüber für ihr kleines Kind brauchen. Väter und Mütter gleichermaßen sagen mir so oft, dass ihr Gefühl sagt, dass es unter einem Jahr für sie noch zu früh ist, ihr Kind schon früh morgens, oftmals für viele Stunden außer Haus in eine KiTa zu bringen. Dass ihr Gefühl so ist, dass ihre Kleinen eigentlich noch größer werden müssten.  Das Schöne daran: Dieses elterliche Gefühl passt genau zu dem, wass wir zu den Entwicklungsschritten kleiner Menschen wissen. Kleine Kinder müssen sich stark gebunden fühlen, müssen bei den nächsten Lieben (das sind in aller Regel, logisch, ihre Eltern) verwurzelt fühlen und sich stark geliebt fühlen; langsam nabeln sie sich dann von diesen „Haupt-Bindungs-Personen“ ab, bekommen erste, kleine „Flügel“ und gehen dann gerne, ohne Unruhe und nächtliche Schlaflosigkeit, ins Spiel zu anderen Kindern. Aber diese Prozesse brauchen ZEIT!

Es geht offensichtlich nicht um die Bedürfnisse kleiner Kinder, sondern  um die Bedürfnisse der Wirtschaft.

Derzeit werden Eltern, Väter wie Mütter gleichermaßen, möglichst früh wieder an die Arbeitsplätze zurück geholt, weil der Fachkräftemangel hoch ist. Es geht bei all dieser Politik nachweislich nicht um die Bedürfnisse kleiner Kinder, sondern nachweislich um die Bedürfnisse der Wirtschaft. (Mehr und sehr Genaues hierzu finden Sie im Buch von H.Renz-Polster: „Die Kindheit ist unantastbar“, Beltz-Verlag)
Kinder werden vor allem dann klug und im Leben wohl orientiert, wenn sie sehr geliebt  werden (das machen meist die Eltern sehr gut), wenn sie in Ruhe und mit gutem Gespür für sich selbst und ihr aktuelles Lebensgefühl beantwortet und ernst genommen werden. Dann sind sie in ihrer Kleinkind-Ruhe und gleichzeitig voller Neugierde. So entstehen im Menschen beides: Psychische Stabilität und die Freude am Entdecken,  das heißt bei Kindern: Freude am Spielen.

Reiner Effizienzgedanke statt echter Flexibilität, positivem Wandel und wirklich familienfreundlicher Arbeitspolitik

Anstatt dieses Wissen zur menschlichen Entwicklung ernst zu nehmen und für Menschen, die Kinder haben, Arbeitsverträge einzuführen, die ihnen Zeit geben und lassen (die Beamten bekommen solche Verträge, dort geht es!), werden die Eltern auf das Drängen der Wirtschaft eingestimmt und angetrieben, sich entgegen allem Gefühl früh von ihren Kindern zu trennen. Das gilt für Väter und Mütter gleichermaßen.
Liebe Eltern, seien Sie mutig, wehren Sie sich, widersprechen Sie dieser überall angepriesenen Entwicklung. Sie finden Details und viele Tipps zum Alltag im Leben mit kleinen Kindern in meinen beiden Büchern: „Gelassene Eltern-glückliche Kinder“ und „Erziehen mit Mut und Muße“. Vielfältigste Hintergrund-Informationen zur derzeitigen Politik finden Sie wie oben beschrieben bei Herbert Renz-Polster, außerdem bei Rainer Stadler „Vater, Mutter, Staat“,  zu finanziellen Nöten von Familien, zur extrem ungerechten Besteuerung von Familien  bei Jürgen Borchert: „Sozialstaatsdämmerung“.

Diese Autoren sind durchweg Menschen, die politisch eher links und keinesfalls in der rechten Ecke stehen, die aber die derzeitige Entwicklung mit bestem Fachwissen und mit Kenntnis ihres Fachgebiets deutlich hinterfragen, die konsequent die Frage stellen: Wo ist die Quelle all dessen, was derzeit überall proklamiert wird?  In jedem der Bücher wird die Frage gestellt: Warum sollen sich die Eltern und ihre kleinen Kinder plötzlich so sehr beeilen? Was ist eigentlich los?  Wem wird hier gedient? Warum wird so dermaßen aufs Tempo gedrückt? Wessen Interessen werden gestärkt? Die der Kinder sicher nicht.

Hören Sie nur auf sich, auf Ihre Familie, auf Ihr Gefühl – nur das zählt!

Machen Sie sich kundig und bleiben Sie Ihrem Gefühl treu: Machen Sie mit Ihren Kindern langsam und genießen Sie Ihr Zusammensein. Und seien Sie sicher: Das genau macht Ihr Kind bleibend ruhig und in seinem Innern sicher und stark, außerdem, das ist das Tolle: Genau so werden Kinder auch noch intelligent. Klasse, oder?
Herzlich
Ingrid Löbner

Allgemein

Ungerechte Familien- und Steuerpolitik: Eltern weiterhin klar im Nachteil

Liebe Eltern,

heute in den Nachrichten: Jedes sechste Kind in Deutschland lebt an der absoluten Armutsgrenze, jedes fünfte Kind ist von Armut betroffen, die Eltern jedes siebten Kindes können akute finanzielle Notsituationen nicht aus eigener Kraft bewältigen. Diese Zahlen sind alarmierend und bedeuten schlicht und ergreifend das, was Kenner der Familienpolitik schon lange anprangern: Familien mit Kindern sind in Deutschland finanziell zu stark belastet und müssten dringend steuerlich elementar entlastet werden.

Geldbrse

Steuerentlastung und Förderung von Familien sind weiterhin viel zu gering

Die Verbrauchssteuern sind hoch, das bedeutet, dass mit jedem Einkauf für mehrere Mitglieder einer Familie die Eltern elementar deutlich höher belastet sind, als  Menschen ohne Kinder; dazu sind Verbrauchssteuern Steuern, die keine Rücksicht auf die Höhe des Einkommens nehmen. Ich möchte Ihnen als Eltern empfehlen: Machen Sie sich kundig  darüber, wie hoch Sie, als diejenigen, die für die junge Generation einer Gesellschaft sorgen, tatsächlich vom Staat zur Kasse gebeten werden; und gehen Sie auf die Barrikaden, äußern Sie sich zu diesen Ungerechtigkeiten laut, öffentlich. Besorgen Sie sich –  verfasst vom ehemaligen Vorsitzenden Richter des Sozialgerichts Hessen, von Jürgen Borchert  –  das Buch „Sozialstaatsdämmerung“. Durch seine sehr genaue Darstellung finden Sie detailliert alle Informationen zur aktuell übermäßigen Besteuerung und Abgabenlast von Eltern. Mit diesen, im Buch deutlich aufgeführten Tatsachen seien Sie entschieden und treten Sie Ihren Abgeordneten deutlich auf die Füße.

Seien Sie nicht länger leichtgläubig – durch Kindergeld und Familienlastenausgleich wird Ihnen in unserem Land noch lange nicht angemessen Ihre reale Finanzlast ausgeglichen. Seien Sie widerspenstig und reell, nehmen Sie diese alarmierenden Verhältnisse nicht länger hin. Sie haben für Ihre tägliche Arbeit und Sorge für Ihre Kinder weitaus mehr von Ihrem Einkommen verdient.
Herzlich, bis zum nächsten Mal
Ingrid Löbner

Allgemein

Freiheit, Spiel und Bewegung machen Kinder kreativ und glücklich!

Liebe Eltern,

Dieser Tage in unserer hiesigen Tageszeitung wieder ein Bericht von einem Kongress der Kinder-und Jugendärzte/Fachbereich Orthopädie: Kinder haben zu wenig Bewegung und daraus folgend  – Schäden!  Wie kann es dazu kommen? Wenn wir Kinder beobachten und sie machen lassen, dann erleben wir ihren unglaublichen Bewegungsdrang.  Wo bleibt der so plötzlich?

Verschlechtert hat sich die Umgebung und unser Umgang damit: Kinder können oder dürfen kaum noch draußen spielen, sei es, dass der Verkehr vor ihrer Haustüre überhand nimmt, sei es, dass Erwachsene die Kinder nicht in Gruppen, ohne dauernde Aufsicht, untereinander spielen lassen.
Frage  ich Erwachsene, was sie als besonders schön aus ihrer Kindheit erinnern, höre ich überall, egal in welcher Region ich diese Frage stelle, diese Antwort:  „Am schönsten war, wenn man mit andern Kindern weiter weg, untereinander spielen durfte, die Erwachsenen gar nicht wussten, wo wir waren; am allerschönsten war es, wenn man am nächsten Tag weiterspielen durfte, stundenlang, da, wo man tags zuvor aufgehört hatte.“
Ganz sicher hatten Kinder, denen solches Spiel ermöglicht wurde, keinen Bewegungsmangel.

happy child girl with a kite running on meadow in summer in nature

Spielen und Bewegung macht Kinder kreativ und glücklich

Wie wäre es, wieder mehr dafür einzutreten und dabei zu helfen, dass Kinder zueinander finden und stundenlang spielen dürfen? Dass wir für Spielstraßen eintreten? Wir Kindern, die zu sehr in städtischen Vierteln wohnen, behilflich sind, dass sie zusammen rauskommen, wir nur die Station sind für Spiel-Utensilien, ein Pflaster und natürlich Kakao und Butterbrote, wir ansonsten die Kinder aber ausschwärmen und spielen lassen? Wir hätten freie Zeit für alle unserer erwachsenen Vorhaben – Kinder hätten sich untereinander für ihr Spiel.

Schon gewusst? Die erleichternde Nachricht beim derzeitigen Hype der frühen Bildung: Stundenlanges Spielen, möglichst draußen, DAS macht intelligent, höchst kreativ und hält dazu die Knochen und alles drumrum bestens gesund.  Es ist gar nicht schwer – aber es braucht unseren Mut als Erwachsene, nämlich: Kinder abzumelden aus den vielen Kursen am Nachmittag und aus den Ganztageseinrichtungen; und es braucht unsern Mut, an unsere  Erinnerungen zu glauben: Es war wirklich sehr schön als Kind, sich frei zu fühlen und frei mit anderen spielen zu dürfen. Klug wurden wir dabei auch noch! Denn Lernen und Entstehung von Intelligenz geht völlig anders als derzeit meistens behauptet wird …

Wir sollten genau dieses Spielen-Dürfen auch unseren Kindern heute weiterhin gönnen!

Also, liebe Eltern: Nur Mut! Und helfen Sie sich gegenseitig, indem Sie sich die Kinder abnehmen, eine/r hat „Bereitschaft“ und ist für die Gruppe da, damit sie frei sind für ihr Spiel; wechseln und sprechen Sie sich ab und unterstützen Sie einander als Eltern, und Ihre Kinder fürs Spiel. Wer mehr lesen mag:  „Erziehen mit Mut und Muße“  und „Gelassene Eltern – glückliche Kinder“  – in beiden Büchern finden Sie viele Anregungen für ein entspannteres Leben mit Kindern. Und in „Jedes Kind ist hochbegabt“ von Neurobiologe Prof. Gerald Hüther finden Sie alles, was Kinder brauchen, um kluge Gehirne zu bekommen.

Der Sommer kommt – mit 1000 Gelegenheiten für Kinder, unendlich viel draußen zu sein. Machen Sie es sich einfacher  – und Ihren Kindern wieder schöner! RAUS mit den Gören fürs gemeinsame SPIEL! Und allen zusammen mehr Vergnügen, den  Erwachsenen endlich wieder mehr Zeit zum Klönen, weil die Kinder gemeinsam eine Weile verschwunden sind  …. Als Gruppe: Keine Angst, die tauchen wieder auf,  wie wir auch, spätestens wenn der Hunger kommt! Draußensein macht hungrig! In jeder Hinsicht – erinnern Sie?

Viel Spaß dabei Ihnen allen und bis zum nächsten Mal
Ingrid Löbner

 

 

Allgemein

OECD-Studie zur Teilzeitarbeit – Eltern wehrt Euch!

Diese Woche, Ende Februar, in den Medien, die neuen Ergebnisse einer OECD-Studie, Haupt-Aussage: In Deutschland arbeiteten im Vergleich zum europäischen Ausland immer noch sehr viele Mütter in Teilzeit. Es müssten mehr Betreuungsplätze geschaffen werden, damit sich das ändere. Wenn ich das höre (ich hörte es im Radio), ist mein erster Gedanke: Vielleicht sind die Mütter einfach auch klug? Und auch noch warmherzig? Weil sie spüren, dass sie Zeit mit ihren Kindern verbringen möchten? Sie außerdem merken, dass die Kraft in der Familie nicht ausreicht, wenn beide Eltern voll arbeiten und man die Kinder früh wegbringen muss?

Young businesswoman holding newborn crying babe while sitting with laptop and touching head with pained expression. Career mom suffering from migraine after working on pc and nursing crying child

Liebe Eltern – werdet laut und wehrt Euch!

Warum wird fast nur noch über mangelnde Plätze für Außer-Haus-Betreuung gesprochen und ganz selten über die Zeit, über das Maß an Ruhe, ausreichend gute Nerven, um als Eltern die Tage (und die immer wieder aufreibenden Nächte!!) mit (kleinen) Kindern nicht in Hektik und bei Bringen und Abholen zu verbringen, sondern in Muße Zeit mit Kindern zu haben? In den KiTas höre ich: „Wir haben nicht so viele Schöße für die Kleinen, wie wir sie eigentlich bräuchten …“. Es heißt, Frauen müssten arbeiten, um sich zu verwirklichen, um nicht von einem Mann abhängig zu sein, und um später nicht in Altersarmut zu landen. Ist es nicht auch Teil von Selbstverwirklichung, die eigenen Kinder zu erleben? Ich kenne Väter, die es sehr bedauern, dass sie wegen des Geldverdienens genau dafür wenig Zeit haben!

Mütter und Väter – widersprecht!

Es ist eine Binsenwahrheit, dass wir durch gemeinsame Kinder voneinander abhängig werden. Wer gemeinsame Kinder hat, hat ein Leben lang miteinander zu tun, das hört nicht auf – denn ein Leben lang wird man immer wieder aufeinander treffen und durch die Kinder verbunden sein (und sei es nur bei großen Anlässen wie Geburtstagen, Hochzeiten etc. …). Vielleicht wäre unterstützender, Paaren dabei behilflich zu sein, dass sie mit dieser starken Verbundenheit konstruktiver zurecht kommen? Und vielleicht sollte man anerkennen, dass die größere Zahl der Männer freundlich ist und sehr wohl bereit, ihr Geld mit ihren Partnerinnen zu teilen?

Dass es aber an der Zeit wäre, dass alle, die sich um Kinder kümmern (ob es die Mütter oder die Väter sind) einen starken, rechtlich verbrieften Anspruch auf finanzielle Unterstützung brauchen? Und: dass das Kümmern um Kinder eine wichtige Arbeit ist, die realistische Renten-Ansprüche zur Folge haben muss!?

Liebe Eltern – lasst Euch nicht weiter antreiben und lasst Euch die Zeit und Mühe für Eure Kinder  nicht entwerten!

Tretet dafür ein, dass Gesetze so gemacht werden, dass die, die sich um Kinder kümmern, wirtschaftlich gesichert sind, dass Zeit für Kinder möglich ist. Streitet mit Euren Abgeordneten darüber, dass Familien anders abgesichert werden, so dass man die eigenen Kinder auch um sich haben kann und man mehr Möglichkeiten bekommt, das Maß an Arbeit im Haus (auch das ist Arbeit!!!)  und an Arbeit außer Haus selbst, in eigener Entscheidung und nach eigenem Gusto einteilen zu können. Entwertet Eure Arbeit für Eure Kinder nicht, und Eure Art, solidarisch  zueinander als Partner zu sein. Man ist voneinander abhängig! Kinder zu versorgen geht nur solidarisch, gemeinsam.
Mehr zu allem, was und von allem wieviel kleine Kinder (übrigens: nicht nur kleine Kinder!) brauchen und warum wir für sie Zeit und ruhige Nerven brauchen, findet Ihr in meinem neuen Buch „Erziehen mit Mut und Muße“.

Bis es ab 20. März 2017 in den Buchläden ist, könnt Ihr  „Gelassene Eltern – glückliche Kinder“ genießen- denn: In Sachen früher Förderung solltet Ihr Euch auch nicht antreiben lassen! Warum Spielen Kinder bestens fördert – die Argumente hierfür findet Ihr ausführlich in meinem ersten, aber auch wieder im neuen Buch.
Bis bald wieder, Eure Ingrid Löbner

Allgemein

Mit Mut und Muße zum gelassenen Familienalltag!

Liebe Eltern,

viele Eltern, mit denen ich tagtäglich arbeite fragen sich: Wie früh muss man Kinder wie streng erziehen? Wie früh sollten Kinder lernen, ordentlich zu essen? Was tun, wenn Kinder nicht aufräumen möchten? Eltern sagen dann oft, dass sie morgen nicht mit den Sachen spielen dürfen … Die Kinder streiten sich untereinander viel – Eltern trennen sie dann und Besuchskinder müssen heimgehen – aber es hilft nicht … Was tun mit Kindern, die immer trödeln und sich kein bißchen beeilen, sie unser „Wir müssen los!“ nur überhören? Was macht man mit Kleinen, die nie mal alleine in ihrem Zimmer spielen, warum ist das so? Es strengt so an …

Solche und weitere Fragen, stellen viele Eltern, bei fast jedem Elternabend. Da bestimmte Fragen die meisten Eltern beschäftigen, habe ich genau solche häufigen Elternfragen ausführlich beantwortet. Sie bekommen sehr bald  – ab dem 20.3.2017  – in den Buchhandlungen die Antworten, die (so melden mir viele Eltern zurück) den Alltag mit Kindern ruhiger werden lassen: „Erziehen mit Mut und Muße – was Babys, Klein – und Vorschulkinder wirklich brauchen.“

JAEGGI SU

Und viele weitere Anregungen für Ihren geruhsamen Alltag mit Kindern finden Sie in „Gelassene Eltern – glückliche Kinder; mit mehr Leichtigkeit durch die ersten sechs Lebensjahre“ – erhältlich hier sowie online und in allen Buchhandlungen.

Bei allem können Sie erleben: Kinder sind viel kooperativer als wir denken. Wenn Kinder spüren, dass wir elementare Themen, die sie anders erleben als Erwachsene, besser verstehen, sind Kinder sehr gut zu Kompromissen bereit.
Warum Kinder bestimmte Dinge tun, aber zu manchem, was wir gerne von ihnen hätten,  nicht zu bewegen sind, das erkläre ich ausführlicher auf zahlreichen Seiten. Immer so, dass Sie möglichst das Zusammensein mit Kindern mehr genießen, Sie häufiger Vergnügen als Stress haben in Ihrem Leben mit jüngeren Kindern.

Bis bald wieder, Ihre Ingrid Löbner

Allgemein

Unser Kind ist oft so zappelig und unkonzentriert – was kann helfen?

Manchmal sehnt man sich so sehr nach mehr Ruhe mit seinem Kind. Neben viel Zeit für eigenes, freies Spielen gibt es weitere gute Unterstützung. Die Hirnforschung hat Entscheidendes dazu erforscht und gibt uns folgenden Hinweis:

Little boy covered in paint naughty and waving hands. Mischievous child.

Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Zaubermittel, das Ihr Kind stillsitzen und aufmerksam zuhören lässt, das seine Phantasie beflügelt und seinen Sprachschatz erweitert. Und es zudem befähigt, sich in andere Menschen hineinzuversetzen und deren Gefühle zu teilen, sein Vertrauen stärkt und es mit Mut und Zuversicht in die Zukunft schauen lässt. Dieses Superdoping für Kindergehirne gibt es. Man bekommt es nicht in der Apotheke, keine Frühförderanstalt bietet es an. Es kostet nichts. Im Gegenteil. Wer seine Kinder damit beschenkt, bekommt sogar etwas zurück: Nähe, Vertrauen und ein Strahlen in den Augen des Kindes. ( … ) Diese unbezahlbaren Zaubermittel sind gemeinsames Singen, gemeinsam erlebte Märchenstunden, gemeinsames Spielen, gemeinsames Tanzen, Musizieren, Malen oder Basteln. ( … ) Diese Erfüllung entsteht, weil in diesem gemeinsamen Tun ihr wichtigstes Bedürfnis gestillt wird: verbunden zu sein und in dieser Verbundenheit gleichzeitig zu wachsen. Um frei zu sein und autonom zu werden.
Märchenstunden etwa, das Erzählen von Geschichten sind die höchste Form des Unterrichtens. Denn Lernen gelingt am besten, wenn die emotionalen Zentren im Gehirn aktiviert und all jene Botenstoffe freigesetzt werden, die das Knüpfen neuer Verbindungen zwischen den Nervenzellen fördern. Damit es richtig „im Bauch kitzelt“, ist die Atmosphäre wichtig. Man kann eine Kerze anzünden oder die Märchenstunde zu einem richtigen Ritual machen. Das hilft Kindern, zu entspannen und sich zu konzentrieren. In aller Ruhe werden so ziemlich komplizierte Erregungsmuster im Gehirn abgebaut.
Der Inhalt sollte sorgfältig gewählt, die Geschichte aufregend sein und doch dem Kind keine übermäßige Angst machen. Aber wenn Helden Gefahren bestehen, selbst ein wenig Furcht zeigen und am Ende doch das Böse bezwingen, ist das höchste Motivation und Ermutigung. Es ist nicht gleichgültig, wie eine Geschichte erzählt oder vorgelesen wird. Dass Kind muss merken, dass der Erzähler oder die Erzählerin selbst ebenfalls begeistert, betroffen, bestürzt oder erschüttert ist. Und das Kind beim Lesen immer wieder anschaut. Dieser enge Kontakt und die Erfahrung,  dass Vater oder Mutter mitfiebern, machen Märchen aus hirnbiologischer Sicht zum Besten, was wir unseren Kindern bieten können. ( ….) Märchenstunden aus dem Rekorder oder im Fernsehen haben einen sehr viel geringeren Effekt. Es kann kein Austausch stattfinden; Apparate sind nicht in der Lage, Stimmungen einzufangen. Sie lassen Kinder mit ihren Gefühlen allein. Das Zaubermittel sind nicht die Märchen an sich, es ist der intensive Austausch über Gefühle, das Erleben von Nähe und Sicherheit.“
Aus: G. Hüther / U.Hauser: „Jedes Kind ist hochbegabt“ (S.101 ff)

Übrigens: Alle Neurobiologen und Hirnforscher, ob G. Hüther oder J.Bauer, M.Spitzer oder G.Roth empfehlen Eltern das immer wieder Gleiche: Kinder eigene Erfahrungen (im Spiel) und ausreichend Beziehungserfahrungen machen zu lassen – es sind und bleiben die Voraussetzungen, dass sich im kindlichen Gehirn all die starken Synapsen und Strukturen bilden, die Kinder ein Leben lang klug, ausgeglichen und emotional intelligent werden lassen. Es ist irgendwie verblüffend einfach – lassen wir es zu!

Bis zum nächsten Mal,
herzlich
Ingrid Löbner

 

Allgemein

Hilfe – unser Kind teilt seine Spielsachen nicht, was nun?

Da hatte man sich auf einen ruhigen Spiel-Nachmittag der Kinder gefreut, ein anderes Kind kommt endlich zu Besuch und nun gibt es viel Streit – weil das eigene Kind im Kinderzimmer „herrscht“ und keine Kontrolle über seine Spielsachen aufgibt.
Jüngere Kindern fällt Teilen von Sachen oft noch schwer
Jüngere Kinder (häufig bis vier Jahre) erleben ihre Besitztümer oftmals noch wie „Teile“ ihrer Person und tun sich dann sehr schwer, andere Kinder sie anfassen und mit ihnen spielen zu lassen. Das hat mit der kindlichen, psychischen Entwicklung zu tun;  aber leider auch ein wenig damit, wie sehr wir alle im Modus des „Mein“ und „Dein“ leben.
Ausgeprägter, starker kindlicher Egoismus ist bis etwa zum Alter von vier Jahren noch etwas Normales, weil erst ab ca. vier Jahren bei Kindern die Fähigkeit stabil da ist, sich bevor sie anderen etwas antun, sich in die Gefühle des anderen hineinzuversetzen. Dieses „Ich kann nachfühlen, wie Du empfindest und wie die Lage sich für Dich anfühlt“ ist ein Reifeschitt, der erst im Kind erfolgt sein muss, eh man von einem Kind erwarten kann, dass es sich gedanklich vorstellt, wie sein Verhalten sich für das andere Kind anfühlt. Man kann das zwar immer wieder zu einem Kind auch vor dem Alter von vier Jahren sagen, es wird das aber oft genug nicht umsetzen, einfach, weil es das aus seiner psychischen Entwicklung heraus noch nicht stabil, verlässlich umsetzen kann.
Was tun, was hilft bei kindlichem Egoismus?
Zum einen hilft, wenn wir generell viel, viel weniger betonen, dass Spielsachen einem Kind gehören, als vielmehr sagen: Spielsachen sind Sachen, die für alle Kinder zum Spielen da sind.  Da Kinder uns Erwachsene von klein an stark beobachten, ist diese Haltung umso überzeugender, je mehr auch wir bereit sind, Dinge mit anderen Menschen gemeinsam zu benutzen, also zuallererst wir selbst unsere Dinge weniger wie „heilige Kühe“ nur für uns alleine hüten und haben.
Das einzige, was ein Kind „besitzen“ darf und auch langfristig nicht teilen lernen muss ist seine geliebte Puppe oder sein Kuscheltier  – denn beides sind „echte“ Kinder und können nicht ohne weiteres in die Arme anderer wandern. Das ist mit Kindern einfach so, wie wir ja alle wissen. Aber ansonsten ist gut, ruhig und täglich das Hin und Her von Sachen zu üben.
Wie können Eltern bei kindlichem Egoismus behilflich sein?
Im Kinderzimmer muss man den Kindern bis vier Jahren immer wieder noch etwas behilflich sein, wie sie die Spielsachen unter sich so aufteilen könnten, dass es jedem der Anwesenden Freude macht, da zu sein und zusammen ins Spiel zu finden. Man kann dabei helfen, dass das Abwechseln im Gebrauch einzelner Spielsachen klappt, indem man einen Küchenwecker stellt (je mehr der sich noch sichtbar beim Ablaufen bewegt, umso anschaulicher ist für Kinder, wie lange es bis zum nächsten Klingeln dauert); man kann helfen, wer womit als erstes und dann als zweites spielen darf – also bei allen Absprachen noch etwas mit die Regie übernehmen und durch leise, aber immer wieder feine Präsenz im Hintergrund deutlich werden lassen, dass die Regie bei der Frage, wer darf womit spielen, nicht beim Gastgeber-Kind, sondern beim gastgebenden Elternteil liegt. Das nimmt Stress heraus, weil dann nicht ein Kind allein bestimmt und dieses Bestimmen immer vehement verteidigt, sondern weil ein sanftes, aber klares Bestimmen beim – in Sachen Bestimmen- sowieso noch stärkeren Erwachsenen liegt.
Man kann aber Kinder auch (im Wissen, dass es noch schwer fällt, also mit Gnade und weniger eigenem, schnellem Zetern und Schimpfen) dazu auffordern, dass sie nach Kompromissen, nach eigenen Absprachen suchen. Manchmal kommen wundersame Kompromisse unter Kindern heraus, die unseren Ohren und Betrachtungen nicht ganz einleuchten, aber das kann uns egal sein, Hauptsache die Kinder finden ihren Frieden untereinander.
Wer einen wirklich witzigen Wortwechsel darüber, wie geteilt werden kann, nachlesen will, der lese bei Astrid Lindgren, wie Karlsson vom Dach seinen Freund Lillebror dazu bringt, seine Bonbons mit ihm zu teilen.  So kann es auch gehen – aber dennoch spielen und unternehmen die beiden immer weiter etwas zusammen, weil es gemeinsam einfach  mehr Freude macht als allein.
Mit Karlsson vom Dach hat Astrid Lindgren übrigens auf herrliche Weise erzählt, wie es sich anfühlt, wie die inneren Stimmen, das gesamte Lebensgefühl in einem jüngeren Kind noch häufig nach „Mehr“ und „Ich zuerst“ schreien.  Eine gewisse Zeit lang ist etwas Egoismus für Kinder noch ganz normal und in der Fantasiegestalt des Karlsson vom Dach erleben wir das Freche, Bodenlose, Witzige darin auch auf herrliche Weise ständig mit.
Schwierig würde es (wir sind gerade international Zeuge eines solchen Charakters), wenn Kinder diese Züge nicht mit der Zeit ablegten, kein soziales Verhalten im Laufe ihres Großwerdens lernen würden.  Aber das ist jetzt noch nicht die Sorge – indem wir ein wenig diplomatisch beim Üben helfen, lernen Kinder es schon …
Bis zum nächsten Mal,
Ingrid Löbner

Allgemein

Warum wachen Kinder so oft nachts auf?

Da das Thema Schlafen so viele Eltern plagt, behandle ich hier das Thema kindliches Schlafen aus verschiedenen Perspektiven. Heute zur Frage, warum viele Kinder häufig nie lange am Stück schlafen und stets nach kurzer Zeit wieder aufwachen.

Kleines Mdchen schlft mit ihrer Puppe auf dem Sofa

Menschen schlafen in Schlafzyklen, die bei Kindern noch  viel kürzer sind

Alle Menschen schlafen in Schlafzyklen, tauchen tief ab und nach einiger Zeit wieder auf; Erwachsene schlafen in langen Schlafzyklen, Kinder in kurzen Zyklen – aber in jedem Alter eines Menschen wechselt sich leichter mit tiefem Schlaf ab. Nach einem Zyklus nicht aufzuwachen, sondern wieder tief weiter zu schlafen, das müssen viele Kinder erst lernen, auch in gewisser Weise üben und als sicheres Gefühl in sich verankern.
Kinder wollen nicht allein sein. Wenn sie also  schon beim Einschlafen und erst recht beim kurzen Aufwachen nach dem ersten Schlafzyklus (das ist meist nach etwa einer halben Stunde) wahrnehmen, dass sie allein sind – dann sind sie in gewisser Weise alarmiert. „Wie kann ich als so kleiner Mensch hier allein sein?“ – so kann man ihr Gefühl beschreiben. Erst schlafen sie, wie beschrieben, gar nicht gerne ein (weil sie wissen und  spüren, dass die Großen dann gehen), oder sie sind sofort wieder wach, wenn sie nach dem ersten Schlafzyklus und dem dann leichten Aufwachen merken, dass sie allein im Bett oder im Zimmer sind.

Kinder brauchen Nähe, um tief zu schlafen

Das menschliche Leben startet mit dauerndem Zusammensein: im Bauch seiner Mutter spürt ein Kind ständig jemanden. „Immer ist da jemand Vertrautes“ , an dieses Gefühl ist ein Kind gewohnt und so muss es auch außerhalb des Bauches weitergehen, sonst kann sich ein Kind nicht entwickeln, das hat die Hirnforschung deutlich nachgewiesen. Wenn Nähe ganz sicher ist (und je zahlreicher die „Herde“ seiner Mitmenschen um ein Kind herum ist, umso sicherer fühlt es sich) – dann lassen sich Kinder besser fallen und üben automatisch das Tief-und Weiterschlafen.

Daher: Wenn Ihr Kind schnell wieder wach ist, glauben Sie niemandem, dass man irgendeine Art des Selbstständig-Werdens jetzt mit kleinen Kindern üben müsste, sondern nehmen Sie Ihr(e) Kind(er) zum Schlafen so in Ihre Nähe, dass es schnell, nach besagtem ersten Schlafzyklus jemanden hört und spürt, dass es getrost in der Nähe aller Lieben weiterschlafen kann. Am besten daher, sollten die Schlafzimmer im oberen Stock sein, dass Kinder besser mit nach unten genommen werden, dort einen gemütlichen Platz bekommen.

Seien Sie pragmatisch – die anstrengende Schlafzeit geht geht vorbei!

Wenn  Sie eine Decke unter das Kind legen, können Sie es später ganz leicht an den vier Zipfeln der Decke mit nach oben tragen und dort ablegen, wo Sie alle die Nacht durch schlafen. Bei solchem Transport wachen die meisten Kinder nicht auf. Glauben Sie der Tradition, dem Wissen alter menschlicher Kulturen – aus einer alten Kultur stammt der Satz: „Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.“ Kinder auch nicht, sie werden nur quengeliger, unsicherer, anstrengender.

Genießen Sie es auch, dass Sie so gebraucht werden, denn diese Zeit dauert nicht ewig.  Die Zeit, in der Sie sich abends fragen: „Wo ist eigentlich das Kind / w0 sind die Kinder so lange noch?“ diese Zeit kommt schneller als Sie denken! Dann denken Sie plötzlich zurück, als Sie nah beim Kind sein sollten und wünschen sich, dass alles wieder so überschaubar, immer weiter so bleibend vertraut wäre.
Machen Sie es sich gemütlich …. eine Herde zu haben, und sei sie noch so klein, ist schöner als man meint  …
Bis zum nächsten Mal,
Ingrid Löbner

Allgemein

Kinder brauchen keine Förderung, sondern Spiel!

Zur Zeit werden Eltern unsicher, weil sie überall vermehrt für ihr Kind Förderkurse angeboten bekommen. Auch kleine Kinder haben inzwischen eine Woche mit mehreren Terminen. Ist das gut so? Wieviel Förderung brauchen Kinder tatsächlich, oder eben auch nicht?

Soll man mit Kindern Förderkurse besuchen oder doch nicht?

Man kann sich nicht oft genug klar machen, was die Hirnforschung herausgefunden hat:
Damit sich das menschliche Gehirn gut, heißt mit ausreichend vielfältigen Nervenbahnen in starker Struktur ausbildet, brauchen kleine Menschen vor allem zwei Dinge:
Erstens: stark genug geliebt zu werden  – dann wird das Gehirn mit Botenstoffen „geduscht“, die es hochaktiv machen, voller Freude. Das Phänomen kennen wir alle: Man hat bei den Lehrern leicht gelernt, die man mochte.
Zweitens: eine normal anregende Umgebung, in der Kinder etwas tun dürfen, da und dort mithelfen und vor allem stundenlang spielen dürfen.
Wenn ein Kind spielt, ist es hochkonzentriert, hochkreativ und dabei völlig angstfrei. Das sind genau die Zustände, die auch für später das Konzentrationsvermögen fördern, die gut wappnen gegen Angst, und die alles im Kopf des Kindes genau so ausbilden, dass es auf Dauer seine Fähigkeit, zu denken und sich etwas zu merken, optimal nutzen kann.

Die Natur hat vorgesorgt – sie sorgt für die menschliche Intelligenz, ganz aus kindlicher Lebenslust heraus!

Statt Fördern also: Spiel! Möglichst viel und stundenlang, am besten viel  unter Kindern. Im Spiel machen Kinder alles kinderleicht, aus Freude, Vergnügen und Spaß heraus. Sie durchleben 1000 Lernprozesse, ganz von selbst. Sie bewegen sich, sind erfinderisch, üben Sozial-Verhalten, haben tolle Ideen – und setzen alles um.

belle jeune fille faisant des bulles

Die Natur wartet nicht darauf, bis Pädagogen erst Kinder fördern würden.
Eigentlich logisch, oder? Der Grund, warum seit Tausenden von Jahren kluge Leute groß werden.  Das Interessante bei aller Entwicklung ist doch: Kinder haben Lust aufs Spiel und genau das bringt ihre Gehirn-Entwicklung optimal voran.

Wenn Sie weit zurückschauen wollen, schauen Sie sich die alten Kulturen an … da kommt man ins Staunen, was alles von Menschen hervorgebracht wurde, obwohl allein schon mal  die alten Ägypter ihre Kinder vor allem spielen ließen!

Wenn Sie nicht so weit zurück wollen, lesen Sie  möglichst viel von Astrid Lindgren: Maditas kleine Schwester Lisabeth, Lotta, das jüngste Kind der Kinder aus der Krachmacherstraße, Michel, Lillebror und Karlsson vom Dach, Ferien auf Saltkrokan – alles Geschichten, die erzählen, wie und womit Kinder vor dem Schulalter, aber auch im Schulalter, liebend gerne spielen. Genau so sind Kinder, auch heute noch, wenn man sie lässt; und niemand kann uns das so hautnah vor Augen führen wie Astrid Lindgren. Wenn Erwachsene diese Geschichten lesen, spüren sie wieder, wie es war, Kind zu sein – ganz genau so sind Kinder, wie Astrid Lindgren sie schildert, wie sie reden, denken, wonach sie sich sehnen und genau so werden sie auch heute noch klug.

Gute Rahmenbedingungen für phantasievolles Spiel von Kindern ist Förderung genug!

Wir Erwachsenen sind nur dazu da, gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit Kinder stundenlang in ihr gemeinsames Spiel finden. Den Rest erledigen Kinder liebend gerne selbst – nachweislich!
Wer es genauer wissen will, kann das Buch des Hirnforschers Gerald Hüther lesen: Rettet das Spiel! Erst 2016 erschienen, bietet dieses tolle Buch eine brandneue Einweisung in menschliche Hirn-Entwicklung.

Oder auch seit 2016 mein neuestes Buch Gelassene Eltern-glückliche Kinder; da ist ein großese Kapitel drin, warum Kinder viel spielen wollen und müssen und was das in ihnen alles stabilisiert; 2017 kommt Band zwei: Erziehen mit Mut und Muße – was kleine Kinder wirklich brauchen (Verlag Fischer&Gann); damit der Stress ein Ende nimmt…. mit bestemWissen und  Gewissen der Eltern! Im diesem zweiten Buch antworte ich auf typische Fragen, die sehr viele Eltern beschäftigen. Situationen aus dem Alltag, der manchmal anstrengend ist.

Und wissen Sie was: Es ist wirklich so, meist hilft vor allem eines: Spielen, spielen, spielen!

Genau das  wollten wir doch auch, damals  als wir Kinder  waren –  oder hatten Sie als Kind Lust auf Kurse? Wahrscheinlich eher nicht, zum Glück nicht! Denn Spielen macht uns Menschen von Kindesbeinen an hochkarätig und intelligent.
Machen Sie sich zu Weihnachten eine Freude, kaufen Sie sich (am besten alle) die genannten Astrid Lindgren Bücher und lesen Sie sie in Ihren Weihnachtstagen, ganz für sich als Eltern – Sie werden Ihr Kind mehr verstehen und wissen, was es braucht, wonach es sich sehnt.  Weniger als Sie denken – aber Dinge, die ihm nahe, unter die Haut gehen – und das macht uns klug! Ganz ehrlich …
Viel Freude bei alledem und viel Spaß!
Bis bald wieder, Ihre
Ingrid Löbner